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NABU-Aktion: Falkenkästen im Selbstbau

Nistkästen für Turmfalken sind im Handel erhältlich: Sie bestehen aus Holzbeton und werden mit einem kräftigen Bügel auf zwei Haken gehängt, die man in die Wand dübelt. Der NABU Solingen stellt sie aber gelegentlich auch selbst her, um sie auch optisch den örtlichen Gegebenheiten anpassen zu können.

Die folgende Materialliste bezieht sich auf ca. 2 cm dicken Holzplatten – z. B. wasserfestes Multiplex –, die man sich im Baumarkt fertig zuschneiden läßt oder selbst schneidet. Schwierig sind eigentlich nur die Seitenteile zu sägen (hinten 43, vorn 40 cm), aber auch ein waagerechtes Dach ist möglich, wenn es gut isoliert ist. Die Öffnung ist halb so breit wie die Kastenlänge, also ca. 27 cm. Das Dach sollte mindestens 60 cm lang sein, wenn möglich aber länger. Alle Maße können leicht nach oben variiert werden.

Stück Teil Abmesungen Turmfalkenkasten selbst gebaut
1Dach60/65 x 40 cm
1Rückwand55 x 43 cm
1Frontplatte55 x 40 cm
2Seiten30 x 43–40 cm
1Boden50 x 30 cm

Die Öffnung läßt sich leicht mit einer Stichsäge aus der Frontplatte heraussägen; einfacher ist es, mit der Kreis- oder Stichsäge ein L-förmiges Teil aus der Frontplatte zu sägen oder die Vorderwand aus zwei kleineren Platten zusammenzusetzen. Auf dem unteren Rand des Flugloches sollte man ein dickes Kantholz befestigen (am besten mit verleimten Holzdübeln), um den Falken eine stabile Sitzgelegenheit zu schaffen. Der Boden sollte vor allem im Einflugbereich einige 4 mm starke Bohrungen aufweisen, die Regenwasser ableiten. Alle Holzplatten werden mit wasserfestem Holzleim und rostfreien Schrauben aus Edelstahl (V2A) oder dem weicheren Messing zusammengefügt; mit Vierkanthölzern in den Winkeln lassen sie sich zusätzlich stabilisieren.

Da sich oft über viele Jahre oder gar Jahrzehnte keine Gelegentheit bietet, den Kasten zu überprüfen und auszubessern, ist eine extrem lange Haltbarkeit wünschenswert. Daher ist das Holz – auch Multiplex – auf jeden Fall mit einer Holzschutzlasur zu imprägnieren, deren Farbe der Fassadenfarbe entsprechend gewählt werden kann. Besser noch ist eine Druckimprägnierung mit Chrom/Kupfersalz. Das Dach muß außerdem mit einem Stück hochwertiger Schweißbahn beklebt werden.
Optimale Haltbarkeit wird erreicht, wenn die Holzwände zusätzlich noch mit Aluminium-, V2A- oder Kupferblech verkleidet werden. Die Rück- und Vorderwand des dargestellten Kastens stehen mit Absicht 0,5 cm über die Seitenwände über: Das Holz bleibt besser trocken, wenn es keinen Kontakt mit dem Blech hat; dieses wird mit rostfreien Schrauben fixiert, die durch das Blech und einen dazwischen gelegten Dichtungsring in die Seitenwände gedreht werden.

Zur Befestigung eines solchen Kastens haben sich lange Holzschrauben aus Edelstahl mit Sechskantkopf bewährt, die in langen Dübeln bis zur Spitze reichen müssen. Wenn der Nistkasten hängt, ist der Boden (zumindest hinter dem geschlossenen Teil der Frontplatte) unbedingt mit Katzenstreu oder feinem Kies zu bestreuen, damit das Weibchen eine Nestmulde scharren kann.   (ma)



Einzelteile                   Falkenkasten ohne Witterungsschutz
 
Falkenkasten mit Lasur und Alu-Blech   Dieses Sondermodell wurde bewußt größer gebaut, um notfalls auch vom Wanderfalken (Falco peregrinus) angenommen werden zu können.
Bild 1: Der künftige Kasten von hinten; die Teile wurden zunächst aufwendig mit Holzdübeln verbunden.
Bild 2: Der Kasten ist fertig, aber noch unbehandelt.
Bild 3: Der Kasten wurde mit einer Holzschutzlasur imprägniert und dann mit Alu-Blech verkleidet.
Die Sitzstange auf dem Dach sollte halbwegs Ersatz sein für die sonst übliche Platte vor dem Nistkasten, die Wanderfalken den An- und Abflug erleichtert.
Der Kasten wurde schließlich – farblich angepaßt – an der Kirche St. Antonius in Düsseldorf angebracht