NABU: Der Vogel des Jahres 2000

Rotmilan  


... ist der Rotmilan (Milvus milvus L.).

Kurzvorstellung:
Der Rotmilan läßt sich im Flug leicht erkennen. Besonders markant ist sein tief gegabelter, rostroter Schwanz (siehe Vergleichssilhouetten von Mäusebussard, Schwarzmilan und Rotmilan). Mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,80 Meter ist er nach den Adlern der größte Greifvogel Deutschlands. Aufgrund seines Schwanzes und seines gaukelnden Fluges hat er auch den volkstümlichen Namen Gabelweihe erhalten. Männchen und Weibchen lassen sich äußerlich allerdings nicht unterscheiden (Fotos). Der Rotmilan ist ein typischer Bewohner der Kulturlandschaft. Er benötigt reich trukturierte offene Landschaft zum Jagen und Waldränder zum Nestbau. In großen geschlossenen Waldgebieten fehlt er völlig. Ab Ende Februar können wir die ersten Rückkehrer aus den Wintergebieten sehen. Ab Ende März sind dann auch die Balzspiele des Rotmilans zu beobachten. Dabei stoßen beide Partner aus großen Höhen bis dicht über die Baumwipfel hinunter.

Unsere besondere Verantwortung:
Es gibt kaum eine Vogelart für die wir in Deutschland eine solche Verantwortung tragen wie für den Rotmilan. Das Brutgebiet dieses Greifvogels liegt fast ausschließlich in Mitteleuropa. Von etwa 23000 weltweit lebenden Paaren brüten mehr als die Hälfte in Deutschland. Besonders wichtig für den Milan sind dabei die neuen Bundesländer, in denen er teilweise sogar überwintert. Durch die, nach der politischen Wende, noch weiter intensivierte Landwirtschaft gehen die Bestände dort allerdings dramatisch zurück. Aufgrund seiner Bedürfnisse ist der Rotmilan auch eine gute Zeigerart für gesunden ökologischen Landbau. In den intensiv genutzten Agrarsteppen nimmt er aufgrund fehlender Nahrung und Nistmöglichkeiten ab.

Legenden und Aberglauben:
Von alters her galt der Rotmilan als Schicksalsvogel. Ließ sich ein Milan auf einem Gebäude nieder, so drohte Unheil. Wurden vor einer Schlacht Milane gesehen so galt sie als so gut wie verloren. In Frankreich hing es von der Tageszeit der Beobachtung ab ob er ein gutes oder ein schlechtes Omen war. In vielen Ländern wird sein Ruf auch als Bitte um Regen gesehen. Wohl aufgrund des unsteten gaukelnden Fluges des Rotmilan wird im Elsaß ein unruhiges Kind als Gabelweihe gescholten.

 
Rotmilan   Schwarzmilan   Mäusebussard
Rotmilan  Schwarzmilan  Mäusebussard

Der Rotmilan in Solingen und Umgebung:
Die westliche Verbreitungsgrenze des Rotmilan läuft etwa durch den Landesteil Nordrhein unseres Bundeslandes. Solingen befindet sich also im Randbereich des Brutvorkommens. Der Rotmilan ist zwar ein regelmäßiger, aber seltener Brutvogel in unserer Region. Zur Zugzeit ist er relativ häufig zu beobachten. In Solingen ist 1991 eine Brut im südöstlichen Bereich beobachtet worden. Im Bereich der Talsperren im Niederbergischen kommt er allerdings häufiger vor.
Der Durchzug des Rotmilans erfolgt zwischen Ende Februar und Mitte April, sowie Ende September bis Anfang Oktober. Hierbei können auch größere Trupps bis zu 20 Vögeln beobachtet werden.

Weitere Informationen ...
... zum Rotmilan und zu seinem Vorkommen in unserer Region sind unter anderem zu finden in:

Informationen des NABU Deutschland zum Vogel des Jahres gibt es auf folgenden Internetseiten:

Sollten Sie Rotmilane in oder um Solingen beobachten, so schicken Sie bitte eine kurze Nachricht mit Ort, Datum, Anzahl und Namen des Beobachters an die nachfolgende Addresse des NABU-Solingen. Bei ausreichender Anzahl von Meldungen werden wir eine kleine Auswertung am Ende des Jahres erstellen und auf unserer Website veröffentlichen.   (sa)


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