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Mit dem Zaunkönig haben NABU und LBV eine der kleinsten heimischen Arten zum Vogel des Jahres 2004 gewählt. Als bekannter Sympathieträger soll er stellvertretend für viele andere Tiere des Siedlungsraumes für naturnahe Gärten, Parks und Grünflächen werben. Zwar ist der Zaunkönig derzeit nicht in seinem Bestand gefährdet, doch steht der muntere Vogel für ein ganzes Gefolge von Tieren und Pflanzen, die auf eine intakte natürliche Umgebung angewiesen sind. Nach Haussperling und Mauersegler ist im Zusammenhang mit der NABU-Kampagne "Nachbar Natur" zum dritten Mal in Reihe gezielt ein typischer Vogel des menschlichen Siedlungsraumes gewählt worden. Die Familie der Zaunkönige (Troglodytidae) ist mit 12 bis 14 Gattungen und etwa 60 Arten recht artenreich. Sie kommt fast ausschließlich im tropischen Mittel- und Südamerika vor. Nur eine Art, unser heimischer Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) hat sich von Nordamerika westwärts über die gesamte paläarktische Region ausgebreitet. Seine nächsten Verwandten in Europa sind Kleiber und Baumläufer. Das griechische Wort "troglodyt" bedeutet Höhlenbewohner und ist eigentlich als Namensbezeichnung nicht sehr treffend. Der Zaunkönig bewohnt Höhlen nur sehr selten, und regionale Bezeichnung wie "Mäusekönig" oder "Zaunschlüpfer", die auf seine Größe und sein Verhalten hinweisen, passen viel besser zu ihm. Im Unterholz ist die braune Gefiederfärbung eine gute Tarnung, und der spitze, leicht gebogene Schnabel eignet sich hervorragend für seine Suche nach kleinen Insekten und Spinnen, die er hauptsächliche in Bodennähe zwischen Wurzeln und Reisig findet. Der lautstarke Winzling, nur etwa 10 Gramm schwer, ist einer der lautesten und eifrigsten Sänger unserer Vogelwelt. Sein Reviergesang ist bis zu 500 Meter weit zu hören, wobei nur das Männchen, meist von erhöhter Warte aus, singt. Beim Zaunkönig gibt es in vielen Bereichen eine regelrechte Arbeitsteilung zwischen den Partnern. Das Männchen baut meist mehrere Nester, oft in Wurzeltellern umgestürzter Bäume oder in Wurzelstöcken an ausgespülten Bachufern. Das Weibchen sucht das Nest aus und polstert es für die Jungen. Ab Ende April beginnen die Zaunkönige mit der Eiablage, und nur das Weibchen bebrütet die 5 bis 8 Eier. Nach 14 bis 18 Tagen schlüpfen die Jungen. Sie werden 10 bis 15 Tage im Nest gefüttert. Meist fliegen dann alle am gleichen Tag aus, bleiben aber noch einige Zeit im Familienverband zusammen. Der Zaunkönig gehört in Europa zu den häufigeren Vogelarten. In Deutschland geht man von 1,5 bis 2,2 Millionen Brutpaaren aus. Da die Zaunkönige vorwiegend Standvögel sind, sind sie allerdings stark vom Winterwetter abhängig, und in kalten Wintern können die Bestände stark zurückgehen. Meist können sie diese Rückgänge schnell wieder ausgleichen. Dafür brauchen sie allerdings einen für sie geeigneten Lebensraum mit ausreichender Insektennahrung. Gönnen wir ihm also auch in unseren Gärten Lebensräume, wie "unordentliche, wilde" Ecken. Pflanzen wir einheimische Sträucher und schneiden wir unsere Hecken nur im Herbst in Form. Besonders wichtig ist der Verzicht auf Insektenvernichtungsmittel, die im heimischen Garten eigentlich sowieso nichts verloren haben. Wer noch mehr über den Zaunkönig erfahren will, kann dies natürlich im Internet auf der Seite des NABU-Bunderverbandes www.NABU.de oder auch über Infomaterialien vom NABU, wie die Jahresvogelbroschüre.
| Vogel des Jahres 2001 |