NABU: Der Vogel des Jahres 2005

Uhu
NABU
 

... ist der Uhu.

Der UHU - Vogel des Jahres 2005 Pünktlich zum Ende eines jeden Jahres ist es wieder soweit: NABU und LBV in Bay-ern küren ihren Vogel des neuen Jahres. Nachdem in den letzten drei Jahren doch eigentlich sehr volkstümliche Kandidaten mit Haussperling, Mauersegler und Zaun-könig uns vorgestellt wurden, fiel die Wahl diesmal auf einen selten zu findenden, aber weitbekannten Vertreter unserer nachtak-tiven Vögel. Vogel des Jahres 2005 wurde die größte Eule der Welt, der Uhu. Seit Jahrtausenden weckt er die Emotionen der Menschen, als Unheilbringer oder To-tenvogel, aber auch als geheimnisumwit-terte, mystische Vogelgestalt, als "König der Nacht". Kaum eine andere Vogelart hat ei-ne solch wechselvolle Geschichte von Ar-tenrückgang durch Naturzerstörung und anschließender Erfolgsgeschichte durch den Artenschutz erlebt. Seit seinem Be-standstief in der Mitte des 20. Jahrhun-derts hat sich der Uhu, unterstützt durch Wiederansiedlungsprojekte, wieder über fast ganz Deutschland ausgebreitet. In un-serer näheren Umgebung erloschen die letzten Brutvorkommen etwa 1960. Sein Vorkommen lag hauptsächlich in den Tä-lern der Brohl, Ahr und Rur sowie in der Eifel. Vermutlich hat er auch im Oberber-gischen gebrütet, aber durch Abschuß, Fang und Aushorstung wurde der gesamte Bestand allmählich vernichtet. Aus dem Niederbergischen Land liegen nur wenige Beobachtungen vor (R. Skiba: "Die Vogel-welt des Niederbergischen Landes"), die aber nicht auf ein Brutvorkommen hin-weisen. Der Bestand des Uhus gilt als stabil, er kann aber nicht als gesichert betrachtet werden, da er immer noch von Schutz-maßnahmen abhängig ist. Ein Beispiel dafür konnten die Teilnehmer der Exkursion des Arbeitskreises Fleder-tierschutz zu den Buntsandsteinfelsen bei Nideggen vor drei Jahre erleben. Hier sind die Vorkommen von Uhu und seinem Nachbarn im Felsrevier, dem Wanderfal-ken durch die Nutzung der Felsen als Kletterrevier stark gefährdet. Spätestens seit Harry Potter kennt jedes Kind Schnee-Eule, Schleiereule, Uhu und Waldohreule. Die Eulen sind trotz ihres versteckten und vielleicht etwas unheimli-chen Lebensstiles zu echten Sympathieträ-gern geworden. Auch in Solingen kommen sie vor, allerdings nicht der Uhu, wie be-reits erwähnt. Aber gerade die Waldohreule als "kleine Ausgabe des Uhu" ist mit etwas Glück zu beobachten. Diese Eule bildet, gerade im Winter, Ansammlungen, die im Randge-biet auch der Stadt Solingen zu finden sind. Auch der Waldkauz ist noch recht häufig in unserer Region, und in den Monaten Ja-nuar bis März ist sein Ruf während der Balz öfter zu hören. Seltenere Vertreter der Eulen im Niederbergischen sind der Stein-kauz und die Schleiereule, und mit sehr viel Glück kann vielleicht auch ausnahms-weise mal eine andere Art beobachtet wer-den. Weitere Informationen zum Uhu und an-deren Eulen erhalten Sie über den NABU-Solingen oder die Internetseiten des NABU-Bundesverbandes: www.NABU.de und der NABU-Bundesarbeitsgruppe Eu-lenschutz: www.ageulen.de . Ich hoffe diese Zeilen haben Sie angeregt doch auch mal nachts auf Vogelbeobach-tungstour zu gehen. Und wenn Sie in Ihrer Umgebung die eine oder andere Eule als Nachbarn finden, dann melden Sie sich doch mal bei uns. Vielleicht läßt sich so ein besserer Überblick über das Vorkommen unserer Eulen in Solingen verschaffen. Dies ist für die Arbeit im Naturschutz sehr wichtig, denn: "Nur was man kennt, kann man auch schützen". Mit diesen Anregungen möchte ich Ihnen für Ihr Interesse an der Natur danken. Ich würde mich freuen, Sie bei den zahlreichen Veranstaltungen der Solinger Naturschutz-vereine einmal persönlich begrüßen zu dürfen. Ich hoffe daß Sie sich auch weiterhin für unsere Natur stark machen, und wünsche Ihnen und Ihrer Familie im Namen des gesamten Vorstandes ein gesundes und glückliches Jahr 2005. Ihr / Euer Helmut Sang


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